Heilpflanzen
Heilpflanzen auf Ibiza
Auf Ibiza wie auch anderswo auf der Erde gibt es viele Heilpflanzen. Heutzutage gerät das alte Wissen um diese Pflanzen und ihre Verwendung immer mehr in Vergessenheit. Wir wissen nicht mehr, was die Natur uns zu bieten hat, wir wissen ihre Heilkräfte nicht mehr zu schätzen. Man sagt, in jedem Gebiet gebe es gerade die richtigen Pflanzen, um die in diesem Gebiet auftretenden Krankheiten zu heilen. Mag das nun stimmen oder nicht – auf jeden Fall bieten die Pflanzen ein wertvolles Potenzial.
Wer auf Ibiza ist, sollte sich den Heilpflanzengarten der Casita Verde nicht entgehen lassen!
Bisweilen findet man Zahlenangaben, wie viele Heilpflanzen es gebe, etwa auf Ibiza. Diese Zahlen sind allerdings mit Vorbehalt zu sehen, denn nicht immer können wir klar sagen, ob eine Pflanze eine Heilpflanze ist oder nicht, da dies nicht nur eine Eigenschaft der Pflanzen selbst ist, sondern auch des kulturellen Umfeldes. Theoretisch könnte jede Pflanze – je nach Tradition – zu Heilzwecken verwendet werden.
Man sagt, dass Gesundheit nicht der einzige Wert ist, dass aber ohne Gesundheit nichts einen Wert hat. Gehen wir heute zum Arzt, vergessen wir oft den heilenden Wert der Natur. Und, was noch problematischer ist, auch der Arzt vergisst oft diesen wichtigen Wert. In vielen Fällen gewiss nicht aus mangelndem Wissen, sondern weil die Heilpflanzen nicht ausreichend Gewinn abwerfen. Doch welchen Wert hat ein Gesundheitssystem, in dem die Lukrativität der Heilmethoden mehr zählt als ihre Wirksamkeit? Vielleicht sehen wir sofortige Wirkungen, während nach einiger Zeit der Organismus seine Selbstheilungskräfte verliert, da er nach chemischen Medikamenten süchtig ist.
Auf der anderen Seite stärken viele Pflanzen das Immunsystem des Körpers – und hoffentlich auch dasjenige der Psyche. Freilich reicht es nicht aus, Heilpflanzen zu benützen, um gesund zu bleiben; sie können kein Ersatz für eine gesunde Lebensweise sein, aber sie haben Kräfte, um uns von Krankheiten zu heilen.
In vielen Fällen jedoch sind wir nicht krank, obgleich die Werbung der Chemieindustrie es uns einreden mag. Wenn ein Kind lebhaft und unruhig ist, hat es vielleicht spezielle Bedürfnisse, vielleicht braucht es mehr Liebe, ganz sicher braucht es keine chemische Medizin, die es ruhigstellt. Das Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) ist keine Krankheit.
Es kann nicht die Aufgabe dieses Textes sein, den Ärzten ihren Wert abzusprechen. In manchen Fällen ist es empfehlenswert, sich an einen Arzt zu wenden, da dieser einiges Wissen über den Körper hat (und hoffentlich auch über die Psyche). Doch tut es gut, auch die Heilkräfte der Natur und unseres Körpers zu nutzen. Heilpflanzen sind keine isolierte Sache, besser sind sie Teil einer gesunden Lebensweise mit gesunder Ernährung.
Um Heilpflanzen zu nutzen, muss man über sie Bescheid wissen. Manche Pflanzen können (wie chemische Medikamente) schädlich sein, wenn sie in der falschen Situation oder in einer Überdosis konsumiert werden. Ein beredtes Beispiel ist der Hanf, der eine gute Medizin darstellt, aber bei Menschen mit Neigung zu einer Psychose bedrohlich wirken kann. Die Wirkungen variieren je nach der Persönlichkeit. Oft haben sie auch eine kulturspezifische Komponente: Medizin, die in einer Kultur funktioniert, muss nicht in einer anderen genauso funktionieren. (Man denke an die schamanische Medizin, die nur innerhalb ihres kulturellen Kontextes in Zentral- und Nordasien funktioniert.) Somit sind Informationen über Wirkungen nie allzu streng zu verstehen. Oftmals ist es schwierig, Objektives über Heilpflanzen zu sagen.
In vielen Gebieten der Erde gibt es Spezialisten, heute oft ältere Menschen, die uns die traditionellen Verwendungen lehren können, auch in Büchern und im Internet können wir Informationen über weitere Verwendungen finden, die etwa auf Ibiza keine Tradition haben, aber es vielleicht wert sind, eingeführt zu werden, da die Pflanzen schon bekannt oder zumindest vorhanden sind.
Suche der Pflanzen nach Verwendung oder deutschen Namen. Zur Suche nach wissenschaftlichen Namen sehe man links.
Literatur
d'Arellano, C. Guerau & Nèstor Torres: Nova aportació al coneixement de les plantes d'Eivissa i Formentera. Eivissa 1981.
Janzing, Gereon: Psychoaktive Drogen weltweit. Löhrbach 2000.
Janzing, Gereon: (2000): Hanf. Ein altbekanntes Heilmittel. In: Freizeit & Kultur (Merzhausen bei Freiburg i. Br.) 11/2000: 14.
Janzing, Gereon: Mehrsprachiges Drogenwörterbuch. Deutsch – Englisch – Portugiesisch – Spanisch – Französisch – Italienisch – Russisch – Esperanto. Löhrbach 2004.
Janzing, Gereon: Kannibalen und Schamanen. Verbreitete Irrtümer über fremde Völker und Kulturen. Löhrbach 2007.
Pamplona-Roger, George D.: Enciclopedia de las plantas medicinales. 2 tomos. Madrid (auch in englischer Übersetzung lieferbar : Encyclopedia of Medicinal Plants).
Stevens, Neil: Aloe vera. Málaga 1997.
